The Great Manhattan. Ein kurzes Intermezzo mit einem Bar-Kunst-Classic.

Wir widmen uns der klassischer Barkunst, perfekten Drinks und perfektionistischer Zubereitung. All dies vereint ein unangefochtener Klassiker der hohen Barschule. Der Manhatten Cocktail. Einer der unsterblichen Klassiker schlechthin kann man sagen. Nach einem ersten Blick auf die Rezepturliste scheint er nicht allzu kompliziert. Sind ja schließlich nur Whiskey, roter Vermouth und etwas Bitter. Der Teufel liegt wie so oft im Detail.

Prinzipiell kann jeder die drei Grundzutaten verrühren. Doch welchen Whiskey, welcher Vermouth und wie das Verhältnis? Einen Alchemisten der Nacht macht es aus, aus der Vielfältigkeit die sich hieraus ergibt, ein Kunstwerk der Mixologie zu kreieren.Foto 23.01.15 00 11 55_Fotor

Erst gehen wir jedoch noch kurz ein Stück zurück in die Vergangenheit und erklären ein klein wenig was zur Entstehungsgeschichte dieses Klassikers. Es ranken sich um den Manhattan gewohnt viele Mythen und Legenden, wie um den Ursprung jedes klassischen Drinks. Eine der beliebtesten ist, dass der Drink Anfang der 1870er Jahre im Manhattan Club in New York City erfunden wurde. Selbstredend lag dieser Club im New Yorker Stadtteil von Manhattan. Der Drink wurde für ein Banquett erschaffen, dessen Gastgeberin Jennie Jerome war. Bekannter ist diese Dame jedoch als Lady Randolph Churchill, Winstons Mutter. Der Erfolg besagten Banquetts machte den Drink berühmt. Menschen bestellten ihn stadtauf stadtab nach dem Namen des Clubs, wo er geboren wurde, als „The Manhattan Cocktail“. Das originale Originalrezept verlangte nach amerikanischem Whiskey, italienischem Vermouth und Angostoura. Das klappte allerdings nur bis 1919. Hier machte dann die Prohibition einen Strich durch die Rechnung: ein Groß  teil der Fifty States of America trocken gelegt wurden. Amerikanische Bourbon-Produktion wurde so gut wie komplett lahm gelegt. In der Regel wurde er durch den viel leichter verfügbaren kanadischen Whiskey (in der Regel also Rye) ersetzt.

Es hat sich also durchgesetzt, Rye Whiskey für diesen Drink zu verwenden. Wir in der Havana Bar verwenden Canadian Club. Außerdem Martini Rosso und Angostoura. Und wir garnieren ihn mit einer Maraschino Kirsche.

Foto 22.01.15 23 56 45_Fotor

Das Mischverhältnis bleibt aber leider unser Geheimnis. Sorry. Wir verraten nur so viel: ein Manhattan gehört gestirred. Manch einer mag ihn geschüttelt. Daran ist prinzipiell auch nichts verkehrt. Also zumindest nicht mehr verkehrt, als wenn man Pommes mit Nutella isst. Klar, nur zu, Geschmäcker sind verschieden. Wenn du deinen Manhattan also gerne wolkig-verklärt und mit einem algen-ähnlichen Schaum getoppt magst: schüttel drauf los. Ansonsten lass ihn dir gerührt zubereiten, und abgeseiht in einer unserer vorgekühlten Cocktailschalen servieren.

Wenn dir ein Manhattan auf Dauer zu langweilig wird, kommt dir aber tatsächlich eine weitere tolle Eigenschaft dieses Drinks zu Gute. Was ihn nämlich auch zu einem Liebling der Barszene macht ist nicht nur die Tatsache, dass er fantastisch und perfekt ist. Sondern auch, dass er zu einer großen Anzahl genialer Variationen führte. Um hier nur einige aufzuzählen:Foto 33_Fotor

  • Der Manhattan Perfect. Zu gleichen Teilen süßer und trockener Vermouth.
  • Der Rob Roy. Mit Scotch anstatt Rye.
  • Der Martinez. Stammt vom Manhattan und gebar schlussendlich den Martini… Gin (vorzugsweise Old Tom’s) anstatt Rye und etwas Maraschino und Orangen Bitters.
  • Der Brandy Manhattan. Klar, mit Brandy statt Whiskey.
  • Der Metropolitan. Ist nur noch entfernt mit dem Manhattan verwandt. Wie beim Brandy Manhattan den Whiskey durch Brandy ersetzen, aber mit einem 3:1 Verhältnis von Brandy zu Vermouth.
  • … um nur ein Paar Variationen zu nennen. Komm vorbei, wir erzählen dir den Rest dann persönlich.

In diesem Sinne: cheers.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.