der bourbon julep. eine liebeserklärung.

bourbon mint julep. der inbegriff des way of life in den amerikanischen südstaaten.

bereits im 18. jahrhundert erfreute sich das getränk bei den siedlern im feuchtwarmen klima des amerikanischen südens größter beliebtheit. damals allerdings noch mit dem weithin verbreiteten rum als grundspirituose. erst später löste der bourbon whiskey den rum nicht nur als amerikanische nationalspirituose ab, sondern auch im mint julep musste der rum dem whiskey weichen.

das wort ‚julep‘ leitet sich aus dem arabischen ab, und bezeichnete ein getränk mit frischem rosenblütenwasser und rosensirup. die rückkehrer der mittelalterlichen kreuzzüge brachten das blütenwasser mit nach europa, und von hier aus wurde der name in die neue welt getragen. wasser als getränk wurde verpönt als keim der krankheit und des übels, und so wurden sirup und blätter mit alkohol vermischt, um es zu geniessen.

die ätherischen öle der minze haben besonders an heißen tagen eine kühlende und erfrischende wirkung. und so setzte sich im feucht-heißen klima des missisippi-deltas der erfrischende und kräftige bourbon mint julep schnell als allheilmittel gegen hitze, kummer, hunger und alles andere auch durch.

der kult um den julep findet heute mit amerikas berühmtesten pferderennen  ‚kentucky derby‘ seinen höhepunkt: bis zu 80.000 glas bourbon julep werden dort innerhalb von zwei tagen an den mann gebracht.

 EIN AUGENBLICK VON GEISTESVERWANDTSCHFT

warum wir den julep so lieben? dieser drink ist weit mehr als ein köstlicher durstlöscher. er ist ein statement. eine hommage an die lange historie der cocktails und mixgetränke. der silberbecher im eismantel krönt dem drink beispiellos, und verleiht ihm die wohlverdiente würde und aufmerksamkeit.

jedem, der mit einer gewissen bestimmtheit ‚einen julep, bitte‘ bestellt, ist ein wohlwollend-anerkennendes nicken des bartenders gewiss. ein nicken, was repektsbekundung und schulterschluss von fachmnännern zugleich ist. ein augenblick von geistesverwandtschaft.

einen julep zu bestellen, ist für einen mann weit mehr als eine reine getränkeorder. es ist ein statment, ein akt des reiver-markierens. ein schweigender balzruf, ein stilles auf-der-brust-trommeln. seht her. ich bins. und ich trinke einen bourbon julep.

doch sicher ist der julep kein reiner männerdrink. jede frau, die sich auf das spiel einlässt, sich auf einen julep einladen zu lassen, zeigt kühne verwegenheit und spielerische neugierde zugleich. den eispanzer des juleps  zum schmelzen zu bringen, und das glänzende silber des bechers zum vorschein zu bringen, hat symbolhafte anziehungskraft.

und wir bartender lieben dieses spiel. wir sind agitator, moderator und voyeur zugleich. doch niemals werden wir uns das anmerken lassen.

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UNSERE ZUBEREITUNGS-EMPFEHLUNG:

man nehme einen metall- oder silberbecher, und froste ihn im gefrierschrank vor. den eiskalten becher stelle man nun in einen behälter mit gestossenem eis, damit das eis aussen am becher festfriert und eine massive eiskruste bildet.

im mixglas bereite man den drink zu:

6 cl bourbon whiskey [wir empfehlen hier makers mark oder signature craft jim beam]

1,5 cl zuckersirup

2 cl frisch gepresster limettensaft

10 minzblätter und

2 minzzweige

etwas puderzucker

man drücke die minze leicht am glasrand an, so dass die ätherischen öle zutage treten. man fülle den drink mit viel gestossenem eis, und rühre sorgfältig um. nun befülle man damit den silberbecher in der eiskruste, garniere den drink mit den minzzweigen und etwas puderzucker, und serviere ihn auf einem silbertablett.


 

 

 

 

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