Gin Tasting im April. [inkl. Audio-Podcast]

IMG_1568„GIB DEINEM LEBEN EINEN GIN“:

Das klingt nach einem guten Motto für einen Donnerstag Abend, bezeichenderweise unser GIN & TONIC TAG.

Neue Gin-Sorten sind zu verkosten! Unsere Tasting-Taskforce besteht heute aus:

 

 

  • Werner Kragl. Erwiesener Spirituosenexperte mit Schwerpunkten auf Gin, Bourbon und Tonic Waters. Unser Spirituosenlieferant für die hübschen und seltenen Flaschen, Rartitäten, Spezialitäten.
  • Vincent Helmstaedt. Unser ‚Deputy Headbartender‘.
  • Till Stürmer. Barmanager.

Unsere Ginsorten für heute:

  1. Momentum German dry Gin
  2. Iris Dry Gin / Schwarzwald
  3. Glorious Gin / Brooklyn, NY
  4. ORO Ibiza London dry Gin
  5. Filliers Dry Gin 28, Tangerine Seasonal Edition, Belgium

Klingt nach einem spannenden Set-Up. Alle Gins verkosten wir mit Schweppes Indian Tonic Water.

Wir bitten dabei die fürchterliche Qualität der Fotos zu entschuldigen, genauso wie die wenig professionellen Audioaufnahmen. Aber wir wollten sie Euch nicht vorenthalten – dafür sind sie ehrlich, handmade, spontan und sowohl informativ als auch stellenweise recht amüsant!

 

Los gehts bei

1. Momentum German dry Gin FullSizeRender4aus München.

„Holy Basil“ steht als Untertitel auf der hübschen, cleanen Flasche. Die Flasche ist leicht grünlich gefärbt. Etwas störend ist das Fehlen eines Flaschenlabels, alles ist direkt auf die Flasche gedruckt, wodurch die Infos eher schlecht lesbar sind. Das zeigt sich deutlich, wenn die Flasche im Bar-Rückbuffet platziert ist – für den Kunden völlig unmöglich, irgendetwas auf der Flasche zu entziffern. Klarer Nachteil für die Verkaufsempfehlung.

Die Idee, Basilikum in Anlehung an die sensationelle Harmonie zwischen Gin und Basilikum im Basil Smash aufzugreifen, ist gut und innovativ. Wir sind gespannt.

Neben Zutaten wie Wacholder, Bergbohnenkraut und Lavendel liegt der Fokus beim Momentum Gin auf der indischen Tulsi Basilikum-Sorte. Insgesamt 9 Botanicals werden in einem Weizendestillat mazeriert und anschließend unfiltriert abgefüllt.

Heraus kommt ein Gin, der schließlich mit ca. 47,- Euro à 0,7 Liter in den Regalen steht.

Mit seinen 44% sticht der Momentum in der ersten Nase, und auch noch beim zweiten Riechen. Erster Eindruck ist eine deutliche Note von Wacholder, Erde und getrockneten Kräutern der Provence und getrocknetem Basilikum. Leichte Lavendelnoten sind ebenfalls bemerkbar. Der stechende Eindruck mach sich auch im Geschmack bemerkbar. Liegt der Momentum länger auf der Zunge, entfalten sich die Trockenkräuter-Aromen ein wenig, ein ölig-kräftiges Wacholderarmona macht sich breit. Es entwickelt sich eine leichte Bitter-Note im Mund. Im Nachhall ist der Momentum erstaunlich schnell vom Gaumen verschwunden. Im Zusammenspiel mit unserem Schweppes Indian Tonic zeigt er sich harmonischer, jedoch bleibt die Trockenkräuter-Note überwiegend, ohne weitere Facetten zu entwickeln.

Unterm Strich ein sehr interessanter, kräftiger Gin mit ungewöhnlichen Eigenschaften, bei dem wir etwas Frische vermisst haben.

 

2. IRIS Dry Gin, Schwarzwald FullSizeRender5

47% in einer schlichten 0,5l-Flasche, auf dem Ettikett strahlt uns ein trachtiges Schwarzwald-Mädchen mit traditionellem Bommelhut entgegen – Vintage, ohne Vintage sein zu wollen. Insgesamt die Aufmachung sehr hausgemacht, und wenig modern. Das Rück-Label verrät mit dem Scholenhof in Gallenweiler auch den Herkuftsort, sowie eine Batch- und Bottle Nummer.

Im Geruch kommt uns ein sehr kräftiges, kräuteriges Wachholderbrett entgegen. Fulminantes Bouquet, das uns die Augenbrauen heben lässt. Schlehe, Wildkirsch, Wachholder und Koriander schlägt uns entgegen. Im Geschmack eine große Entwicklung, leicht ölig, breit und intensiv. Aromen von Tannennadeln, Kräutern und Wachholder halten sich lang und stark am Gaumen.

Charakter in jeder Beziehung. Auch mit Schweppes Tonic bleibt der kräftige Eindruck, breit, kräftig, lang anhaltend.

Echte Trinkempfehlung!

Hier unsere Verkostung als Podcast:

 

3. Glorious Gin, Brooklyn, New York.

Mit 45% kommt der gloriose Gin scharf daher. Der Geruch stark alkoholisch, der Wachholder fehlt gänzlich. Könnte durchaus auch ein Wodka in unseren Gläsern sein. Spearmint Minze kommt dominant, ebenso Ingwer und sehr schwache Rosmarinnoten. Im Geschmack ebenfalls zunächst stechend scharf, dann entstehen feinere Minz-Noten, die Schärfe bleibt nun aber vom Ingwer getragen, sowie eine Note von süssem grünem Apfel, um dann im Nachhall stark abzunehmen.

Mit Tonic Water etwickelt sich die Süße stärker, Ingwer und Apfel entwickeln sich. Unterm Strich müssen wir gestehen, dass wir uns eher an aromatisierten Wodka erinnert gefühlt haben, und lassen den Glorious Gin aus dem Hause Breuckelen darüber hinaus unkommentiert.

 

 

4. ORO Ibiza London Dry Gin FullSizeRender

Eine sehr ansprechende Flasche mit schönem Glasverschluss, sowie die Goldmedallien-Auszeichnung der IWSC machen uns sehr neugierig. Am Besten hört Ihr Euch unsere Verkostung direkt an, denn das hat wirklich Spaß gemacht, soviel sei verraten.

Ein typisch spanischer Gin mit 12 verschiedenen Botanicals, floral, würzig, angenehm, neben Wacholder auch Orangen, Zitronen, Johannisbrot, Zimt, Kamille und weitere Igredienzien der ibizenkischen Erde.

Gut möglich, dass der ORO schon bald unsere Gin-Pyramide ziert. Und zwar ziemlich weit oben. Hört rein:

 

 

5. Filliers Dry Gin 28, Tangerine Seasonal Edition, BelgiumFullSizeRender3

Das altehrwürdige Haus Filliers produzierte diese Sonderedition im Stile der spanischen Gins, dominierend nicht nur auf der Flasche, sondern auch im Geruch die Tangerine bzw. Mandarine. Eine schöne Flasche mit direktem Glasaufdruck, interessant dann die Innenseite des Rückettiketts, welche als Kontrast-Hintergrund für den geschwungenen Flaschenaufdruck dient und so eine Art Mandarinen-Tapete darstellt – sehr ansprechend!

Der Sommer im Glas! Im Geruch kommen uns Noten von Orange und Tangerine mit einem frischen Hauch Limone, eingehüllt in subtilen Duft von Wacholderbeere und Koriander entgegen. Im Geschmack zu Beginn weich und fruchtig mit deutlicher Noten von frischen Orangen/Tangerinen, die mit einer komplexen Mischung von Gewürzen vermischt sind. Außerdem Noten von Wacholder, eine warme Basis von Kardamom, gefolgt von schärferen Noten von Koriander und Pfeffer und verbunden mit einem leicht bitteren Hauch. Komplexes, leicht öliges Aroma, mit perfektem Gleichgewicht von sorgfältig gewählten Gewürzen und Früchten.

im Nachhall lang anhaltend, ölig und weich.

Unsere amüsante Verkostung könnt Ihr hier verfolgen 🙂

 

 

Danke und bis zum nächsten Mail! 🙂

Eure Alchemisten

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.